FAQs

Iliosakralgelenk

Bandscheibe vs. Iliosakralgelenk

Bevor der Bandscheibenvorfall 1934 entdeckt wurde, galt das Iliosakralgelenk als Hauptursache von Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich. Danach wurden chirurgische Eingriffe für Bandscheiben vorgenommen und verschafften in einigen Fällen auch beträchtliche Linderung, in andern Fällen erwiesen sie sich jedoch als nur wenig wirksam in der Bekämpfung von Kreuz- und Rückenschmerzen. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse im biomechanischen Bereich weisen den Iliosakralgelenken nun erneut eine zentrale Rolle im komplexen Zusammenspiel des gesamten Bewegungsapparates zu.

Was ist das Iliosakralgelenk und wie funktioniert es?

Die Iliosakralgelenke sind zwei der wichtigsten Stützzentren des Körpers und befinden sich an der Stelle, an der sich das Körpergewicht von der Wirbelsäule schräg über das Becken auf die Beine überträgt. In Studien wurde festgelegt, dass die Iliosakralgelenke als wichtige Sensoren für die großen Kraftübertragungen zwischen Unterleib und Beinen fungieren, und dass die größten Muskeln des Körpers daran beteiligt sind. Die Iliosakralgelenke funktionieren also als multidirektionale Kraftmessstationen. Die Basis der Wirbelsäule, das Kreuzbein, ist nur durch starke Bänder an den Darmbeinknochen des Beckens angebunden. Diese sind Teil der Iliosakralgelenke. Innerhalb dieser Bänder kontrollieren und richten Nervenzentren die Haltung des Körpers aus. Wenn die Bänder jedoch verletzt, zum Beispiel verstaucht werden, kann dies zu Instabilitäten (Lockerungen) führen, die Muskelkrämpfe, Schmerzen und Haltungsstörungen im ganzen Körper zur Folge haben können.

Können Verletzungen des Iliosakralgelenkes zu Ischiasschmerzen führen?

Ja, tatsächlich sind muskuläre Anpassungen an Verletzungen des Iliosakralgelenkes aus zwei Gründen die Hauptursache für Ischiasschmerzen; beide haben mit einer Komprimierung des Ischiasnervs zu tun. Die Beckenmuskeln verändern das strukturelle Gleichgewicht in diesem Bereich des Körpers, was zur einer Verengung der Nervenwurzelöffnung führen kann. Dies wiederum drückt auf die Ischiasnervenwurzeln an der Stelle, an der sie aus der Wirbelsäule austreten. Der Piriformis oder birnenförmige Muskel spielt eine größere Rolle beim Schutz eines verletzten Iliosakralgelenkes. Da der Ischiasnerv entweder durch diesen Muskel hindurch oder knapp unterhalb davon verläuft, kann der Piriformis bei seiner das Iliosakralgelenk schützenden Funktion des Zusammenziehens auf den Ischiasnerv drücken.